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76 Bestandsaufnahme II – Muster
Eine weitere Blütezeit erfuhr die Schablonentechnik im dekorations- und detailbesessenen 19.Jahrhundert. Nicht nur die Technik, sondern die durch die Technik bedingte abstrahierte Form beherrschte die Wand. Nahezu jede freie Fläche der überladenen historistischen Innenräume wurde mit bis zu fünfzehnschlägigen Schablonen verziert. Im Jugendstil wurde die Schablonenmalerei künstlerisch erneuert und zu neuer Blüte geführt.(Quelle: http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988017128106)
Wir versuchen, die Schablonenmuster – oder die Reste derselben – wenigstens fotografisch zu dokumentieren für eine mögliche Neuauflage.
74 Bestandsaufnahme I
Birgit, Diplomrestauratorin, war zu Besuch - mit dabei Tageslichtlampe, Skalpel, Lupen und jede Menge Pinsel. Wir wollten wissen, welche verschiedenen Schichten an Farbe die Lamperie im Treppenhaus und die alten Türen haben.
Ihr restauratorischer Befund war interressant. Unter einer grauen und einer weißen Schichte hat sie eine Holzimitationsmalerei freigelegt. Dabei werden verschiedene Holzoberflächen, von Hand oder mit Rollen nachgearbeitet. Sehr beliebt in den 50er und 60er Jahren.
Wir werden uns wohl für einen etwas helleren Grauton für die Lamperie und die Türen entscheiden. Die passenden Türklinken ersteigern wir gerade (mühsam) einzeln bei Ebay.
11 Der Meister gibt sich die Ehre

Meister Fichte ist da! Unser Restaurationsmeister legt das erste Mal Hand an – er wird darüber wachen, dass unser altes Stück auf fachgerecht zum Leben erweckt wird. Die 47 Fenstergriffe, die wir im Netz gefunden haben sind abgesegnet.
Willkommen im Steintor 10!
2 Besuch im Stadtarchiv Coburg
Steintor 10, Zweigeschossiges klassizisierendes Traufseithaus mit Zwerchhaus, spätes 19. Jahrhundert.
Die Neugierde hat dann doch gesiegt. Zuerst läuft einem der kalte Schauer über den Rücken. Wir wollen ein Einzeldenkmal kaufen. Zu unseren Erfahrungen mit dem Denkmalschutz später. Irgendwann will man dann mehr zur Geschichte seines Hauses wissen. Wer hat darin gewohnt? Was ist darin passiert? Wie hat sich die Bausubstanz verändert.
Ein Besuch im Stadtarchiv der Stadt Coburg.
Das im späten 19. Jh. erbaute zweigeschossige und traufständige Satteldachhaus in Fachwerkkonstruktion auf massivem Erdgeschoss ist mit dem dominierenden Zwerchhaus an das ältere Nachbargebäude Nr. 8 angeglichen. Die fünfachsige Fassade ist streng symmetrisch mit mittlerem Eingang gestaltet und fällt vor allem durch das hohe Erdgeschoss auf, dessen Fenster unmittelbar unter einem Profilgesims liegen. Auch die schlichten Fenster des Obergeschosses sind – typisch für Fachwerkhäuser – direkt unter die Dachschwelle bzw. Traufe des vorkragenden Daches gerückt. Aus der Bauzeit stammt noch die Haustür. Nach Westen ist ein zweiachsiges Satteldachflügel angebaut. Die Dachgestaltung ist das Ergebnis von Ausbauten im späten 19. Jh. : 1886 Ausbau des Dachgeschosses und Einbau von Dachgauben für den Bäcker Gustav Schillig, 1890 Aufbau eines Zwerchhauses für Tischlermeister Gottfried Graßmuck, Aufstockung des Werkstattgebäudes um ein Geschoss. 1962 Fenstererneuerung im ersten Obergeschoss.
1890 Antrag, das Hintergebäude ausbauen zu dürfen.
12. 2. 1898 Antrag, die Werkstatt zur Südseite hin um 2,5 m zu vergrößern. Dies wird abgelehnt.
17. 3. 1898 Antrag um Errichtung eines Bretterlagers. Das Herzoglich S. Staatsministerium gibt seine Zustimmung
1904 Antrag, die Abortanlage zu vergrößern.












